Kajo Nelles „Ins Herz gestellt – Liebe Frau Merkel – Ein Brief aus der deutschen Provinz“

Vergangene Veranstaltung!

  • Format: Lesungen
  • Termin: 05. Juli 2019
  • Uhrzeit: 19:30 Uhr
  • Ort: Buchhandlung Backhaus Jakobstraße 13

Die Eifel lebt. Und findet Gehör, auch im fernen Berlin. Denn Kajo Nelles aus Nettersheim/Marmagen hat etwas zu sagen. Und dies tut er in Briefform. Einen Brief an die Bundeskanzlerin, die damals, 2015, Herz zeigte und die Grenzen nicht schließen ließ.

Kajo Nelles, auf dem Weg seinen dritten Lebensabschnitt vorzubereiten, ändert noch einmal alle Pläne und adoptiert schließlich einen syrischen Flüchtlingsjungen. Doch nicht nur dies ist Thema seines Buches. Es geht auch um die Familiengeschichte, das Leben in der Eifel und um vieles mehr.

Wir freuen uns auf eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung.

 

Zum Inhalt des Buches:

Als der Autor, Entrepreneur des zeitgenössischen Tanzes, sich in seinem Geburtsort in der Eifel darauf einstellt das Leben etwas ruhiger angehen zu lassen, macht ihm die gleichaltrige Angela Merkel in Berlin unverhofft einen Strich durch die Rechnung. Sie entscheidet, die deutschen Grenzen für die Flüchtlinge, die sich aus Budapest auf den Weg Richtung Norden gemacht haben, nicht zu schließen. Mit den Bildern der Flüchtenden vor Augen und dem Eingeständnis: „Ich kann etwas tun!“ begibt sich der Autor vollkommen unversehens auf eine spannende Reise zum eigenen Herzen. Die führt ihn zunächst im ersten Teil des Buches sehr weit zurück in seine Familiengeschichte und in das Haus,in dem er geboren wurde und dann, im zweiten Teil, zu der für ihn logischen Konsequenz die dieser Einsicht folgen muss: der Adoption eines syrischen Flüchtlingsjungen.

Vier nicht lineare, stilistisch unterschiedliche Erzählfäden mit heterogener Emotionalität und vielfältigen Erfahrungsebenen bilden ein dichtes Erzählgewebe.

Da ist vordergründig sein buchlanger Brief aus der deutschen Provinz an die Bundeskanzlerin, deren politisches Handeln ungeplant das Leben des Protagonisten von einer Stunde auf die andere vollkommen verändert hat: „Ich kann mein Herz wieder spüren!“ Der Brief drückt seine Dankbarkeit gegenüber der Adressatin aus, lässt aber auch keinen Zweifel entstehen, wo seine politische Heimat liegt.

Mit der anschaulichen Reflexion über die innere Suche nach Heimat, entwickelt sich ein subjektives Dokument einer Eifeler Familie. Dabei steigt der Kajo Nelles in eine Zeitmaschine, die ihn die Welt mit den Augen des Kindes und des Heranwachsenden sehen, riechen, fühlen, hören und verstehen lässt.

Die minutiös nachgezeichneten fortdauernden Umgestaltungen des hundertjährigen Elternhauses, zusammen mit den Metamorphosen seiner Bewohner lassen das Zeitgeschehen wie in einem Kaleidoskop vorbeiziehen. Die Anpassungen des Hauses an die jeweils moderne Zeit können als Synonym für die unumgänglichen ständigen Transformationen Deutschlands gelesen werden. „Nichts bleibt wie es ist!“

Als radikale Konsequenz seines Mitgefühls lässt sich der Autor aus seiner Komfortzone reißen. Vorbei ist’s mit dem „etwas ruhiger angehen lassen“. Er beschreibt diesen Umbruch erfreulich detailgetreu, sachlich und nüchtern.

Die Anziehung, die von Nelles’ sehr persönlichen Erzählens schon in den ersten Sätzen ausgeht macht das Buch zu einer beeindruckenden Lektüre, die den Zeitgeist widerspiegelt und dadurch eine herzbewegende Allgemeingültigkeit gewinnt. Die große Welt und das kleine Leben, hier kommen sie zusammen.

Rückblick auf die Veranstaltung

Kleiner Kreis, intensive und bewegende Diskussion rund um die Themen Heimat, Verantwortung, Begegnung und Berührung und ganz kurz auch das Kanzleramt.

Danke Kajo Nelles für die Einblicke in das Leben in der Eifelgemeinde, die Wahrnehmungen in der Familie und natürlich auch die Entwicklung hin zum Adoptivvater.

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