Die Päpstin Johanna. Biographie einer Legende

Die Buchhandlung Backhaus lädt Sie herzlich zur Buchpremiere ein:
Die Päpstin Johanna. Biographie einer Legende
Von und mit Prof. Dr. Max Kerner
am 14. April um 19.30 Uhr im Kármán-Auditorium, Raum FO5, Eilfschornsteinstraße 15, 52064 Aachen



Gab es eine Päpstin Johanna?

Wir spüren der Entstehung einer Sage und der Macht des Erzählens nach.

Glaubt man der Amerikanerin Donna Cross, deren Roman "Die Päpstin" als Vorlage für den gleichnamigen Kinofilm von Sönke Wortmann diente, hat der Vatikan die zentralen einschlägigen Beweisstücke vernichtet, nach denen es Mitte des 9. Jahrhunderts für kurze Zeit eine Johanna als Päpstin gegeben habe. Die seltsame Geschichte besagt, dass diese nach zweijährigem Pontifikat während einer Prozession in Rom ein Kind zur Welt gebracht habe und danach auf der Stelle gestorben und begraben worden sei. Die Geschichtsforschung sieht dies anders: Die Päpstin Johanna gehört ins Reich der Erfindungen.
Klaus Herbers und Max Kerner schildern in ihrem soeben erschienen Buch, wie aus einer im frühmittelalterlichen Rom entstandenen Lokalsage über die Jahrhunderte hinweg ein historischer Bericht geformt wurde. Sie verfolgen die Wirkungsgeschichte der Sage und zeigen anschaulich, wie die fiktive Gestalt im 13. Jahrhundert die weibliche Form des häufigsten Papstnamens – Johannes – erhielt, welche verschiedenen Gesichter die Päpstin zeigte und wie aus der sündhaften und verruchten Päpstin der spätmittelalterlichen Debatte die geschichtlich entweder behauptete oder geleugnete Frauenfigur des konfessionellen Zeitalters wurde. Das Buch liefert damit einen zentralen Beitrag zur aktuellen Diskussion um eine mittelalterliche Päpstin, in deren Gestalt sich noch heute zahlreiche Sehnsüchte bündeln.

Aufgrund der großen Nachfrage findet die Veranstaltung in Raum FO5 des Kármán-Auditoriums statt.
Termin: 14. April 2010, 19.30 Uhr
Der Eintritt ist frei!
Reservierung unter 0241-21214 oder mail@backhausbuch.de.



 
Max Kerner wurde am 1. Dezember 1940 geboren.
Er studierte Geschichte und Latein an der Universität zu Köln. 1969 wurde er an der RWTH Aachen mit einer Arbeit zum Dekret des Bischofs Burchard von Worms zum Dr. phil. promoviert. 1974 habilitierte er sich in Aachen an der philosophischen Fakultät mit der Schrift „Johannes von Salisbury und die logische Struktur seines Policraticus“.
Die Forschungsschwerpunkte von Max Kerner sind Kirchliche Rechtsgeschichte, Karl der Große, Geschichte der politischen Ideen des hohen Mittelalters und die Geschichte der prophetischen Literatur. Kerner publizierte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und Schriften. Er war von 1990 bis 2007 Mitherausgeber der Aachener Studien für Technik und Gesellschaft.